Häufig kommt es vor, dass ein Besucher über die Suchmaschine zur Startseite einer Webpräsenz gelangt und sofort auf den „Home“-Link klickt – obwohl er sich bereits auf der Startseite befindet. In den meisten Fällen ist dies ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Navigation dem Nutzer kein ausreichendes Feedback zur aktuellen Position gibt.
Schlechte Orientierung
Eine alternative, ebenso schlechte Reaktion ist die, über die interne Suchfunktion (sofern vorhanden) genau den Begriff einzugeben, den man bereits bei der Suchmaschine eingegeben hatte. Offenbar scheint die Zielseite nicht den Erwartungen des Suchenden zu genügen, beziehungsweise eine gravierendes Orientierungsdefizit aufzuweisen.
Die beschriebenen Reaktionen lassen sich sehr gut über das Mousetracking nachvollziehen.
Erfassung von Inhalten
Durch die ausreichend hohe Anzahl an Mauslesern (die die Maus entweder als Marker eines interessanten Abschnittes verwenden, indem der Mauszeiger auf oder in unmittelbare Nähe des Bereiches gefahren wird. Es gibt allerdings auch Mausleser, die den Mauszeiger als direkten Lesemarker für den aktuellen Fokus wählen. Die Augenfixation ist damit beinahe identisch mit der Position des Mauszeigers) lassen sich die gewonnenen Daten im Sinne einer Aufmerksamkeitsanalyse auswerten. In jedem Fall kann die Erfassung solcher Bereiche ausgeschlossen werden, die außerhalb des sichtbaren Bereiches lagen.
Nicht immer kann der Blickverlauf beim Mousetracking lückenlos rekonstruiert werden. Allerdings können durch die aggregierte Darstellung von Mausbewegungen eindeutige Präferenzen herausgearbeitet werden. Mousetracking kann deshalb auch sehr gut im Rahmen von Landing Page-Optimierungen eingesetzt werden.
Produktzusammenstellung im Shop
Ein sehr interessantes Thema im Kontext der Aufmerksamkeitserfassung ergibt sich mit der Platzierung und Präsentation von Produkten innerhalb eines Online-Shops. Nehmen wir an, das erste Produkt auf der Startseite Ihres Shops würde bei den Besuchern auf nachweisliches Interesse stoßen. Ein solches Interesse würde sich im mehrfachen Überfahren des Bildes und des Produktnamens äußern. Gehen wir weiter davon aus, dass sich ein ähnliches Interessensbild bei einem Produkt zeigen würde, welches sich an letzter Stelle befindet und nur schwer zugänglich durch mehrfaches Scrollen zu erreichen wäre. Sie würden gut daran tun, dieses letzte Produkt noch vor das erste zu platzieren, da an einer prominenten Position davon auszugehen ist, dass es einer noch breiteren Masse zugänglich wird.
Selbst wenn Sie die Produkte nach Verkaufsrang im Shop sortieren, bietet sich über das Mousetracking die Möglichkeit, die „Schwingungen“ der Nutzer rechtzeitig zu erkennen, unabhängig von den Verkaufszahlen auf die Interessen einzugehen und sie nicht durch die Vorgabe eines Rankings zu beeinflussen.
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Wechselwirkung von Werbung
Betreiben Sie keinen Online-Shop, sondern ein eher informationsorientiertes Angebot, könnten Sie den Einsatz von Werbung in Betracht ziehen. Wie bereits beschrieben, kann es bei der falschen Anwendung zu erheblichen Problemen kommen, die das Leseverhalten und damit auch die Akzeptanz der kompletten Website negativ beeinflussen können. Selbst geringste Modifikationen können enorme Auswirkungen zur Folge haben.
Mit Mousetracking steht eine sehr effektive Alternative zum Eyetracking bereit, mit der sich die Wechselwirkungen aufdecken lassen. Für eine bessere Verdeutlichung wird sich eines des folgenden Fallbeispiele mit diesem Thema ausführlich befassen.
Wirkung von Interaktionselementen
Subjektive Fragestellungen, ob nicht das eine oder doch eher das andere Bild besser wäre, lassen sich gut über A/B-Testing beantworten, wenn es um nicht-funktionelle Aspekte geht. Wenn aber geklärt werden soll, ob die Elemente einer Website, mit denen im Sinne der Conversion interagiert werden soll, auch effektiv gestaltet sind, lässt sich dies sehr gut mit der Analyse der Mausbewegung feststellen.
Wenn Sie häufige Korrekturverfeinerungen der Mausposition feststellen, deutet dies auf zu kleine Elemente hin. Beispielsweise werden Paginierungselemente zum Blättern auf die nächste Seite häufig zu klein gestaltet. Neben der Nachjustierung der Maus kann es natürlich auch zu Fehlklicks kommen, sodass entweder keine oder die falsche Aktion ausgeführt wird. Nichts ist ärgerlicher, wenn der Nutzer zu einer speziellen Seite navigieren will, dies aber nicht (auf Anhieb) schafft.
Die Wahrnehmung und die Steuerbarkeit der Maus hängt stark vom Profil der Nutzer ab. Hier lassen sich kaum allgemeingültige Regeln zur Gestaltungsgröße finden.
Validierung eines Checkouts
Der Checkout-Prozess gehört wohl mit zu den fragilsten Bereichen eines Online-Shops. Sehr viele Besucher, die sich bereits für einen Kauf entschieden und sich in diesen Prozess begeben haben, brechen vor Abschluss eines Geschäftes ab. Klassische Web-Analytics-Lösungen können zwar verraten, an welcher Stelle die meisten Absprünge zu verzeichnen sind, jedoch ist es so nicht möglich zu ermitteln, warum dem so ist.
Über Mousetracking lassen sich in vielen Fällen funktionelle Störungen, aber auch Irritationen oder emotionale Barrieren visualisieren. Insbesondere bei der Bedienung von Formularen können unüberwindbare Probleme aufkommen, die dem Seitenbetreiber auf immer unentdeckt bleiben, wenn deren Nutzung nicht geprüft wird.
Formulare
Formulare sind nicht nur innerhalb des Checkouts, sondern auch in informationsorientierten Angeboten extrem wichtig – stellen sie dort doch meist das Ziel der Conversion dar. Eine ausführliche Überprüfung, insbesondere wenn das Formular viele Eingabefelder bereithält, gehört daher eigentlich zur Pflichtübung.

Dieser Text ist dem Buch “Suchmaschinenoptimierung & Usability” von Steven Broschart entnommen, das im Franzis-Verlag erschienen ist. Das Buch ist
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Steven Broschart
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