Bevor man sich ans Werk macht, sollte noch der eine oder andere Gedanke an die Umsetzung verschwendet werden. Wichtigste Frage hierbei: Soll die Webseite nur optimiert werden oder empfiehlt es sich, die Seite völlig umzukrempeln und neu aufzusetzen? Wie Sie sich denken können, gibt es für beides Argumente, die es abzuwägen gilt.
Zunächst wäre der Arbeitsaufwand abzuschätzen, der mit der Optimierung entsteht bzw. mit dem Neudesign der Seite entstehen würde. Sofern die Seite schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, könnte es unter Umständen einfacher sein, eine völlig neue Seite zu erstellen, die schon die wichtigen Punkte für die Optimierung berücksichtigt. Andererseits verursachen ein neues Design, ein Neubau der Seite und womöglich ein neuer Shop, der dann her muss, natürlich beträchtliche Kosten. Die Vorteile einer reinen Optimierung liegen auch in einer gewissen Konsistenz der Seite aus Sicht der Suchmaschinen: Ändert sich eine Seite grundlegend, stimmen vielleicht die Links nicht mehr. Inhalte werden nicht mehr dort gefunden, wo sie mal zu finden waren, und sämtliche Backlinks sowie der vielleicht bereits erworbene PageRank könnten davon negativ beeinträchtigt werden. All dies wäre durch eine Optimierung mehr oder minder ausgeschlossen. Andererseits ist es gerade bei älteren Seiten (im Internet sind drei Jahre ja schon alt) oft der Fall, dass im Laufe der Zeit immer wieder Inhalte hinzugekommen sind, sich Strukturen geändert haben und Verknüpfungen gesetzt wurden, die vielleicht schon gar nicht mehr funktionieren. In so einem Fall wäre eine Generalüberholung der Webseite sicher nicht schlecht.
Ranking-Kriterien der wichtigsten Suchmaschinen
Um eine Seite richtig optimieren zu können, ist es wichtig, die Kriterien näher zu kennen, wie die einzelnen Suchmaschinen das Ranking bestimmen. Da diese Kriterien jedoch nicht öffentlich sind, sondern nur aus Erfahrungen, Tests und Beobachtung herrühren, ist leider nicht eindeutig feststellbar, welches Kriterium exakt welchen Anteil am Ranking hat. Vielmehr ist es oftmals so, dass ein Zusammenspiel aller Kriterien ein positives Ranking ausmacht und man daher versucht, alle Kriterien so gut wie möglich abzudecken. Trotzdem gibt es einige beachtenswerte Punkte, da ihre Wirkung auf das Ranking offensichtlich ist.
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Google
Der Suchmaschinenprimus Google setzt vor allem auf eines: qualitativ hochwertige und in ihrer Anzahl umfangreiche Backlinks. Als hochwertig werden dabei besonders Links von themenverwandten Seiten angesehen, die im Idealfall auch noch das entsprechende Keyword enthalten. Hier spielt auch der PageRank eine gewisse Rolle. Darüber hinaus stehen bei Google besonders große und umfangreiche Seiten (viele Indexseiten) hoch im Kurs, deshalb spielen auch wikipedia.de, amazon.de oder ebay.de bei quasi jeder Anfrage oben mit. Ebenfalls von hoher Bedeutung sind die URL, der Seitentitel sowie die Überschriften. Dagegen kümmert sich Google eher weniger um Meta-Angaben oder Hervorhebungen. Alle anderen Techniken nehmen in ihrer Wichtigkeit eine Mittelposition ein.
Yahoo
Die Kriterien für die Trefferlisten von Yahoo sehen denen von Google recht ähnlich, auch wenn hier etwas weniger auf Links und andere externe Faktoren und dafür etwas mehr auf interne Faktoren wie Titel, Überschriften oder Meta-Angaben geachtet wird. Für Yahoo ist es ebenfalls überaus wichtig, dass der Suchbegriff möglichst im Domainnamen oder dem Adresspfad vorkommt und dabei möglichst weit vorn steht. Eine Besonderheit bei Yahoo ist der an die Suchmaschine angeschlossene Katalog (das ursprüngliche Yahoo). Wer hier gelistet ist, hat deutlich bessere Chancen als eine nicht gelistete Webseite. Wer dann noch in genau der Kategorie gelistet ist, die mit dem Keyword übereinstimmt, findet sich meist schon recht schnell auf den ersten Seiten wieder.
MSN/Bing
MSN geht beim Ranking etwas anders vor als die beiden zuvor genannten Suchmaschinen. Technisch steht die Maschine den anderen beiden noch um einiges nach. Verlinkungen der Seiten untereinander sind eher weniger wichtig (aber auch nicht unwichtig), dafür zählen eher weiche Faktoren wie das Auftauchen und die Position des Suchbegriffs (innerhalb des Titels, der URL, des Textes, jeweils möglichst weit am Anfang) sowie die Häufigkeit des Auftretens. Eine inhaltlich gut gestaltete Seite mit entsprechend häufiger Nennung des Keywords – das auch in der URL, dem Titel sowie in den Meta-Angaben vertreten sein sollte –, dürfte hier leicht für vordere Plätze sorgen.

Dieser Text ist dem Buch “Websites pushen” von Jan Winkler entnommen, das im Franzis-Verlag erschienen ist. Das Buch ist hier direkt bestellbar.

Jan Winkler
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