Das Ziel aller SEO-Aktivitäten ist es, der Suchmaschine vorzugaukeln, man sei eine große, besonders wichtige, mit den klügsten und neuesten Informationen gefüllte Portalseite, die schon viele Jahre im Web ist und von jedermann geliebt wird. Doch warum ist das so wichtig? Der Hintergrund liegt in den Rankingkriterien bzw. den Theorien, die dahinterstecken.
Ziel einer Suchmaschine ist es, die relevantesten Seiten als Erstes zu präsentieren und alle anderen nach hinten zu verbannen. Weil aber gerade seit dem Google-Boom immer mehr Webseiten auf Suchmaschinenoptimierung setzen, wird es zunehmend schwieriger, die weißen von den schwarzen Schafen zu trennen. Da die ersten paar Webseiten unter Umständen inhaltlich relativ gleich aussehen, ähnliche Titel und vergleichbare Überschriften haben, bleibt den Suchmaschinen daher besonders auf den vorderen Plätzen nur die Trennung nach Punkten wie Alter (wann wurde die Seite zum ersten Mal in den Index aufgenommen), Informationsfülle (Indexseiten insgesamt), Empfehlungen (Backlinks) oder Aktualität (wie oft ändern sich Teile der Seite?). Suchmaschinen können nicht feststellen, dass eine Seite speziell für sie optimiert wurde. Das Ziel der Optimierung sollte daher sein, die Webseite weiterhin natürlich aussehen zu lassen (eben organisch gewachsen und nicht absichtlich durchgestylt).
Punkte der Optimierung
Die Optimierung einer Webseite umfasst mehrere Punkte:
- Als Erstes sollte der Inhalt der Webseite optimiert werden. Als Inhalt sind Text, Bilder, Tabellen und dergleichen zu verstehen – also all das, was die Webseite für den Besucher (und natürlich auch den Robot der Suchmaschinen) interessant macht.
- Als Zweites sollte der Webseitencode, also das HTML-Gerüst der Webseite, optimiert werden. Unsauberer oder gar fehlerhafter Code kann schnell dazu führen, dass ein Robot die Seite nicht korrekt verstehen kann und deshalb vielleicht schlechter bewertet.
- Zum Abschluss wird als Drittes die Struktur der Webseite optimiert. Hierbei sind besonders die Verlinkung innerhalb der Webseite sowie der Weg wichtig, auf dem bestimmte Informationen gefunden werden.
In welcher Reihenfolge diese Punkte abgehakt werden, ist nebensächlich. In der Praxis hat es sich als vorteilhaft erwiesen, sich von Punkt 3 (Struktur) über 2 (HTML-Code) zu Punkt 1 (Inhalt) vorzuarbeiten. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn sich während der Strukturoptimierung herausstellt, dass bestimmte Inhalte erstellt, bearbeitet, verlagert oder gelöscht werden müssen. Hätte man hier bereits mit der Optimierung des Inhalts begonnen, würde man sich ggf. doppelte Arbeit machen und Inhalte optimieren, die später so vielleicht gar nicht mehr existieren oder auf andere Seiten verlagert werden.
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Inhaltsoptimierung
Einer der wichtigsten Punkte bei der Optimierung einer Webseite ist die Überarbeitung des Inhalts. Wie bereits angesprochen, werden besonders Webseiten bevorzugt, die durch ein reichhaltiges Angebot an Content glänzen können. Wichtig hierbei ist, nicht einfach das nächstliegende Lexikon oder die einem am besten gefallende Nachrichtenwebseite zu schnappen und Texte zu kopieren (was zudem gegen das deutsche Urheberrecht verstößt und recht schnell recht teuer werden kann). Viel wichtiger sind eigene Inhalte, also Inhalte, die noch keiner hat. Suchmaschinen sind schließlich nicht mehr so wenig intelligent, wie sie es einmal waren. Sie erkennen mittlerweile recht gut, wenn man ihnen zum hundertsten Mal die Kopie eines Wikipedia-Artikels vor die Nase hält. Es hilft also nur, sich hinzusetzen, selbst Texte zu schreiben und die Webseite mit Leben zu füllen.
Inhaltsprofil
Nichts ist schlechter als eine Seite, die versucht, alle Themen abzudecken, und dabei jeden Bereich nur halbherzig anzugehen. Davon sieht man Tausende und Abertausende Beispiele im Internet. Vor allem sieht man eines: Diese Seiten stehen nicht auf den vorderen Plätzen der Suchmaschinen. Der Grund ist offensichtlich: Wer sich auf zu viele Themen konzentriert, verliert die Relevanz beim Einzelthema und büßt damit Plätze ein. Es ist daher sehr wichtig, ein klares Inhaltsprofil zu entwickeln – sozusagen den Charakter der Webseite. Fokussieren Sie sich auf wenige Themen (am besten nur eins) und gehen Sie dafür bei diesem Thema mehr in die Tiefe. Sofern sich Ihre Seite mit dem Fliegenfischen beschäftigt, ist eine Abhandlung über die richtigen Gummistiefel beim Angeln sicher nicht falsch, sollte aber nur einen kleinen Teil der Webseite in Anspruch nehmen. Grundsätzlich nichts verloren hat an dieser Stelle jedoch beispielsweise die Info zu den besten DSL-Tarifen oder der billigsten Krankenversicherung. Auch wenn dieser Inhaltspunkt vielleicht irgendwann mal angelegt wurde (weil mit Affiliate-Programmen durch Empfehlung eines bestimmten Anbieters Werbeprovisionen eingenommen werden sollten) – er passt nicht zur Seite und sollte daher dringend entfernt werden. Der Schaden, den man sich aufgrund von ausbleibenden Besuchern zufügt, wiegt schließlich deutlich höher als die paar Euro, die durch die Werbung hereingekommen wären.
Seiteninhalt
Das Wichtigste bei jedem Inhalt einer Webseite ist natürlich, dass dieser zur Seite passt, sinnvoll eingegliedert ist und vor allem das richtige Thema behandelt. Hierbei sollte sich die Webseite hauptsächlich um das Thema drehen, das Sie als Keyword verwenden möchten. Zu jedem Keyword sollte es mindestens ein paar Seiten mit entsprechenden Texten, Erklärungen und Hintergrundinfos geben.
Dass sich ein Text um ein bestimmtes Thema dreht, sollte allerdings auch nicht nur aus der Überschrift hervorgehen. Ihr Ziel ist es schließlich, die Webseite für ein bestimmtes Keyword zu optimieren, also darf dieses ruhig auch in einem Text vorkommen – übertreiben Sie es damit aber nicht gleich (siehe Abschnitt »Keyword-Dichte und Keyword-Spam«).
Der Inhalt eines Dokuments an sich muss nicht zwangsläufig nur aus Text bestehen – auch wenn die Suchmaschinen damit natürlich am meisten anfangen können. Vielmehr ist es – auch der Besucher wegen, die keine tristen mehrseitigen Texte lesen wollen – sinnvoll, etwas Abwechslung in die Seiten zu bringen. Eine Suchmaschine wird es Ihnen nicht übel nehmen, wenn Sie die Texte mit Bildern oder Tabellen schmücken – im Idealfall stecken schließlich auch in einer Tabelle Hinweise, wichtige Begriffe oder gar das Keyword selbst.

Dieser Text ist dem Buch “Websites pushen” von Jan Winkler entnommen, das im Franzis-Verlag erschienen ist.
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Jan Winkler
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