Prinzipiell ist Wordpress sehr modular aufgebaut. Dies gibt uns auf der einen Seite die Möglichkeit, die Anwendung zu erweitern, anzupassen und auch in andere Sprachen zu übersetzen. Andererseits ist es anfangs schwierig, die Verbindungen zwischen den einzelnen Modulen und den PHP-Dateien zu verstehen.
Der generelle Aufbau von WordPress
Die Anwendung besteht aus einer Datenbank, die alle Informationen an das Backend und an das Frontend liefert. Dies geht sogar soweit, dass die Einstellungen der installierten Module, Plug-Ins und Widgets in der Datenbank gespeichert werden.
Die nächsten beiden großen Bereiche sind das Backend und das Frontend. Beide benutzen Module aus den Verzeichnissen /wp-includes und wp-content/plugins.
Im Verzeichnis /wp-includes sind allgemeine Module, Dateien und Bilder abgelegt. Diese enthalten die grundlegenden Funktionen für die Anwendung und werden in allen anderen Bereichen immer wieder verwendet.
Das Backend dient der Administration des Blogs und ist hauptsächlich im Verzeichnis /wp-admin abgelegt. Hier werden alle Aufgaben zur Administration des Blogs erfüllt. Wir können hier neue Module und Plug-Ins installieren und weitere Themen hinzufügen und aktivieren. Aber auch Kommentare und Artikel, in der Fachsprache Posts genannt, können wir hier erstellen und verwalten. Der Administrationsbereich enthält einerseits Daten aus der Datenbank, verwendet aber andererseits die Plug-Ins aus dem Verzeichnis wp-content/plugins sowie die oben beschriebenen allgemeinen Funktionen und Module.
Das Frontend ist der Bereich, den der Besucher des Blogs sieht, also das Blog an sich. Dieser Bereich ist im Hauptverzeichnis abgelegt. Es werden aber auch die allgemeinen Funktionen der Anwendung genutzt. Zudem wird das Frontend hauptsächlich von Modulen im Verzeichnis /wp-content versorgt. Wobei im Verzeichnis /wp-content/plugins die einzelnen Zusatzmodule, im Verzeichnis /wp-content/languages die verschiedenen Übersetzungen und im Ordner /wp-content/themes die verschiedenen Themen abgelegt sind.
Posts, Kategorien und Seiten
Wir sprechen oft von Artikeln oder Beiträgen, diese werden in der Fachsprache Posts genannt und bilden den grundlegenden Inhalt des Blogs. Meistens sind gerade die Posts der Grund, warum ein Blog überhaupt existiert.
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Die Kategorien (categories) sind die Hauptthemen des Blogs. Die einzelnen Posts werden in Kategorien sortiert, damit der Leser einen besseren Überblick behalten kann. Zusätzlich kann jeder Post mit mehreren Schlüsselwörtern versehen werden. Diese Wörter werden Tags genannt und klassifizieren die Posts zum schnelleren Wiederfinden der behandelten Themen. Diese beiden Ordnungsgruppen werden auch als Meta-Daten oder Metainformation bezeichnet. Sie sind nicht identisch mit dem Inhalt des Posts, sondern beschreiben den Inhalt mit Überbegriffen. Dazu gehören aber auch der Name des Autors und das Erstellungsdatum des Posts.
Sobald ein Artikel veröffentlicht wurde, kann ihn der Leser kommentieren. Diese Kommentare (comments) sind der zweite Grund für einen Blog. Dadurch können bzw. sollen Interaktionen zwischen den Autoren und den Lesern entstehen, der Blog lebt sozusagen.
Der letzte Bereich eines Blogs sind die Seiten (Page). Diese sind meist statische Informationen wie „Über mich“ oder „Impressum“. Der Inhalt von Seiten ist eher zeitlos und darf nicht mit den Posts verwechselt werden. Seiten können normalerweise vom Anwender kommentiert werden, aber eine Kategorisierung durch den Administrator ist nicht möglich.
Fachausdrücke des Designs
Gerade beim Design zeigt sich die Flexibilität von Wordpress. Einer der zentralen Punkte fürs Design ist der sogenannte Loop.Verständnis dieses Punktes ist von grundlegender Bedeutung, wenn man sich mit der Entwicklung eines Themas beschäftigt. Daher werden wir ihn weiter unten extra behandeln. Der Loop ist die kritische PHP-Struktur, die für das Anzeigen der Posts zuständig ist.
Das zweite große Thema im Template-Design sind die Template-Tags. Dies sind spezielle Funktionen von Wordpress, die in PHP programmiert wurden, um Aktionen auszuführen oder Informationen anzuzeigen. Template-Tags sind also Grundbestandteile eines Templates, die die Struktur und den Ablauf der Website kontrollieren. Jedes Template holt sich die notwendigen Informationen aus der mySQL-Datenbank und erzeugt eine HTML-Seite, die zum Browser des Lesers gesendet wird.
Die Template-Hierarchie (template hierarchy) kontrolliert so gut wie alle Aspekte der Ausgabe. Damit sind nicht nur die Posts und Kommentare gemeint, sondern auch die Kopfdaten (Header), die Seitenleisten (sidebar) und die Archive. Die Archive (archives) stellen allerdings nur eine dynamisch generierte Liste von Posts dar und werden üblicherweise nach Datum, Tag, Kategorie oder Autor zusammengefasst.
Wir haben jetzt schon öfter den Begriff Template und auch Template-Tag gehört. Dies sind die beiden Bestandteile eines Wordpress-Themas (Theme). Ein Thema ist das gesamte Design eines Blogs und umfasst die Bereiche Farben, Bilder und Text. Themen werden in eigene Unterverzeichnisse im Ordner /wp-content/themes/ abgelegt. Sie bestehen aus Dateien (Templates) für die einzelnen Themenbereiche wie die Seitenleiste, die Seiten oder die Fehlermeldungen. Zusätzlich enthält der Ordner Informationen fürs Layout, und zwar in einer CSS-Datei mit dem Namen style.css. Auch können im Unterordner images zusätzliche Bilder enthalten sein. Die Flexibilität von Wordpress geht soweit, dass der Benutzer mit einem passenden Plug-In sein eigenes Thema für die Website auswählen kann. Damit könnte jeder Leser dieses Buches das Aussehen des Blogs nach seinen Bedürfnissen anpassen.
Plug-Ins sind benutzerdefinierte Funktionen bzw. Module, die die Funktion der Anwendung erweitern. Mit Plug-Ins kann jeder Benutzer zusätzliche Features für Wordpress programmieren. Durch das Verwaltungsmodul und das zentrale Plug-In-Verzeichnis auf der Website von Wordpress ist es sehr einfach, die Blogsoftware zu erweitern und mit nahezu jeder gewünschten Funktion zu versehen. Auch diese Teile der Anwendung haben ein eigenes Verzeichnis, es befindet sich in /wp-content/plugins/.
Fachausdrücke für die Entwicklung
Der Query-String ist ein Teil des Uniform Resource Identifiers (URI). Damit können Webseiten dynamisch feststellen, welche Daten angezeigt werden sollen. Der Query-String beginnt immer mit einem Fragezeichen und kann verschiedene Parameter enthalten. Diese werden immer mit einem Ampersand (&) getrennt. Der Parameter selbst besteht immer aus seinem Namen, gefolgt von einem Gleichheitszeichen und danach dem Wert selbst. Da Query-Strings oft Suchmaschinen vom Indizieren der Seiten abhalten, wird versucht, diese nicht darzustellen. Auch dafür stellt Wordpress eigene Methoden im Backend zur Verfügung, die sogenannten Permalinks, um dies unabhängig vom System des Webservers zu erreichen. Eine komplette URI mit einem Query-String könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:
http://www.example.com?category=Design&month=07
Die Query-Variable ist eine einzelne Variable, die mit dem Query-String übergeben wird. Im obigen Beispiel wäre category die Query-Variable und Design der Wert der Variablen.

Dieser Textabschnitt ist dem Buch “PHP für WordPress – Themes und Templates selbst entwickeln” von Clemens Gull entnommen, das im Franzis-Verlag erschienen ist. Sie können es
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Clemens Gull
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